Laubbäume und ihre Entschlackungskur

Laubbäume entschlacken im Herbst, um sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Ein aufregender Prozess wird in Gang gesetzt.
Wenn Laubbäume im Herbst ihre Blätter abwerfen, geschieht das zu ihrem eigenen Schutz. Bei winterlichem Sonnenschein würde durch die Blätter nämlich weiterhin Wasser verdunsten. Da aber im Winter das Wasser im Boden gefriert, wäre die Wasserversorgung des Baumes nicht mehr gewährleistet. Deshalb entwickelt die Pflanze Phytohormone und sendet diese zu den Blattstielen. Dort bewirken sie, dass sich ein Trenngewebe bildet. Dieses verkorkt, und die Blätter fallen ab.
Mit dem Korkverschluss an der Blattansatzstelle bildet der Baum einen äußeren Schutz. Dieser verhindert, dass Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze eindringen können. Der Laubfall ist zudem eine Entschlackungskur. Denn zusammen mit den abgeworfenen Blättern stößt der Baum die im Laufe des Sommers angereicherten Gifte (z. B. Umweltgifte) ab.
Nicht zuletzt halten kahle Bäume der Schneelast des Winters besser stand. Und noch etwas: Das offene Laubdach macht es möglich, dass im Frühjahr genügend Licht für Frühblüher wie zum Beispiel Anemonen, Bärlauch oder Scharbockskraut bis zum Boden dringt.

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