Auch schon den wunderbaren Duft von Harz erschnuppert? Und wussten Sie, dass es nicht alle Bäume haben und wodurch es andere kompensieren? Hier die Antworten.
Selbsthilfe - die Trickkiste der Natur
Im Grunde genommen geht es um die Wundheilung der Bäume. Da Nadelbäume
langsam wachsen, können sie Wunden, die z.B. durch das Abbrechen von Ästen
entstehen, nicht genügend schnell verschließen. Deshalb haben sie das
Wundermittel Harz zur Verfügung. Schneller wachsende Laubbäume hingegen
bilden eine Wulstnarbe, die sich Kallus nennt. Dieser entsteht immer
dort, wo der Baum verletzt wird, und hat die Aufgabe, die Wunde zu
«überwallen». Genauso wie das Harz also bei Nadelbäumen, verschließt
auch der Kallus die Wunde und
verhindert so das Faulen des darunter liegenden Gewebes oder Holzes.
Harz ist auch Schutz gegen Fressfeinde
Harz ist für den gesamten Nadelbaum wichtig. Denn in den Nadeln ist Harz
ein Stoff, der Fressfeinden den Appetit verdirbt. Sticht z.B. eine Laus
ihren Saugrüssel in die Nadel, reagiert der Baum. Die Flüssigkeit aus
den Harzzellen läuft in die Stichwunde und schließt das Loch. Die Laus
verliert oft die Lust oder klebt, wenn sie Pech hat, daran fest.
Ähnlich reagiert der Nadelbaum auf Eindringlinge in der Rinde, wie
Borken- oder Prachtkäfer. Sobald diese den Baum anbohren, verstopft
Harz den Gang und hindert sie am Vordringen.
Oft bleiben Käfer auf ihrem Rückzug auch am Harz hängen.
Bernstein ist versteinertes Harz
Wussten Sie, dass es sich bei Bernstein um versteinertes Baumharz handelt? Der goldgelbe Stein entwickelt sich unter vielen Sedimentschichten und ist älter als eine Million Jahre. Das Besondere an Bernstein verbirgt sich im Innern. Insekten, die vor Urzeiten am Harz des Baumes kleben blieben, finden sich in den versteinerten Harzbrocken wieder: Spinnen, Ameisen und Fliegen, aber auch Farne, Rinden, Blätter und Nadeln. Sie alle sind fest verschlossen in durchsichtigen Bernsteinen zu sehen.
Kein Wunder also wird Bernstein vor allem für Schmuck verwendet.
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